Behandlungsmöglichkeiten

Wie können Gebärmuttermyome behandelt werden ?

Nur solche Myome müssen behandelt werden, die auch Beschwerden verursachen. Zeigen sich störende Symptome, kann die Behandlung auf verschiedene Arten durchgeführt werden, wobei es heute operative und nicht operative Therapiemöglichkeiten gibt.

Als Universitätsklinikum bietet die Charité/Campus Virchow-Klinikum in Berlin eine interdisziplinäre Sprechstunde zur Myombehandlung. Gemeinsam mit Ihnen  wird hier nach Durchführung einer Untersuchung, insbesondere einer Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter, ein individuelles Behandlungskonzept für Sie erstellt. 

Sie stellen sich in der Myomsprechstunde vor, schildern Ihre Beschwerden, und wir werden gemeinsam mit Ihnen die für Sie geeignetste und schonendste Behandlungsmethode finden. Die Charité bietet das gesamte Spektrum der modernen Diagnose- und Behandlungsmethoden an.   

Am Anfang einer Myomtherapie kann der Versuch einer medikamentösen Behandlung, z. B. mit einer speziellen Antibabypille oder einer anderen zeitlich begrenzten Hormontherapie stehen. Ist dieser Behandlungsweg nicht möglich oder nicht erfolgreich, ist die direkte Behandlung oder Entfernung des Myoms angezeigt. Dies kann prinzipiell auf zwei Wegen erfolgen:

  • durch nicht oder wenig invasive radiologische Verfahrensweisen 
  • durch operative gynäkologische Verfahren.

Radiologische Verfahren

An der Charité werden sowohl die Myomtherapie mit fokussiertem Ultraschall im MRT als auch die selektive Embolisierung von Myomen angeboten.

(1) MRT-gelenkter fokussierter Ultraschall (MRgFUS)

Bei dieser Behandlungsmöglichkeit liegen Sie in einem Magnetresonanztomographen (MRT). Dieser fertigt Bilder von Ihrer Gebärmutter mit dem Myom an. Das Verfahren basiert auf einem starken Magnetfeld und der Einstrahlung von Radiowellen, für die der Mensch nicht empfindlich ist. Mit Hilfe der Aufnahmen werden von einem Radiologen Ultraschallwellen gezielt auf Ihr Myom gerichtet und das Myom wird in mehreren Portionen durch die entstehende Hitze verkleinert. Sie spüren dabei keine Schmerzen. Jeder der Behandlungsschritte wird durch MRT-Bilder überwacht, die Behandlungsdauer beträgt ca. 3 bis 4 Stunden. Die Therapie wird ambulant durchgeführt. Sie können im Anschluss an eine kurze Ruhephase nach Hause gehen.

Nach bisherigen Studienergebnissen ist mit der Methode eine Verkleinerung der Myome um max. 40 % zu erreichen, die meisten behandelten Frauen berichten über eine Symptomminderung infolge der Behandlung.

(2) Embolisation von Gebärmuttermyomen

Diese Behandlung wird durch einen spezialisierten Radiologen durchgeführt. Sie erhalten ein Beruhigungsmittel und eine örtliche Betäubung, dann wird über einen kleinen Schnitt in der Leistengegegend (2 - 3 mm) ein kleiner Plastikschlauch unter Röntgenkontrolle (Durchleuchtung) bis zur Gebärmutterarterie schmerzlos eingeführt. Über diesen werden kleine Kunststoff- oder Gelatineperlen in der Größe von Sandkörnern in die Hauptarterie und dann in die kleinen Schlagadern, welche die Gebärmuttermyome mit Blut versorgen, eingespritzt. Dadurch werden diese vom Blutstrom abgeschnitten, und die Myome werden innerhalb weniger Monate nach der Maßnahme schrumpfen. Die Behandlung wird an beiden Gebärmutterarterien auf der linken und rechten Seite durchgeführt. Der Eingriff dauert in der Regel ca. 45 bis max. 60 Minuten. Sie werden nach dem Eingriff für einige wenige Tage im Krankenhaus überwacht. Durch Medikamente werden nach dem Eingriff auftretende Beschwerden behandelt. 

Mit dieser Methode lässt sich eine Schrumpfung von Gebärmuttermyomen um etwa 50 % erreichen; bei 4 von 5 Frauen ist die Methode erfolgreich – eine deutlicher Rückgang oder ein gänzliches Verschwinden der Beschwerden stellt sich ein.

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Operationsmethoden zur Myomentfernung

(1) Myomentfernung

Die Myomausschälung ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem nur die Myome entfernt werden und die Gebärmutter erhalten bleibt. Es gibt verschiedene Wege, um das Myom auszuschälen, wobei je nach Lage, Größe und Zahl der Myomknoten der Weg über die Scheide (hysteroskopisch), eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) oder der Bauchschnitt gewählt wird. Alle Eingriffe werden in der Regel in Vollnarkose durchgeführt und erfordern nach der Operation einen mehrtägigen Klinikaufenthalt.

Myomentfernung durch Gebärmutterspiegelung (sog. Hysteroskopie)

Befindet sich das Myom im Gebärmutterinnenraum, d. h. ist es in die Gebärmutterschleimhaut gewachsen, kann es mit einer Elektroschlinge abgetragen werden. Dazu wird zunächst der Gebärmutterhals vorsichtig aufgedehnt, dann wird ein Spezialinstrument in die Gebärmutterhöhle eingeführt und das Myom nach Aufdehnen des Innenraumes mit einer speziellen Spüllösung schrittweise abgetragen. (Dieser Eingriff wird meist als ambulante Operation durchgeführt.)

Myomentfernung durch Bauchspiegelung (sog. Laparoskopie)

Diese Art der Entfernung eignet sich vor allem für Myome, die sich größtenteils an der Außenseite der Gebärmutter befinden. Durch einen kleinen Schnitt am Bauchnabel wird eine Hülse mit einer Kamera sowie im rechten und linken Unterbauch zwei weitere Instrumente in den Innenraum der Bauchhöhle eingebracht. Um operieren zu können, wird der Bauchraum vorher mit Kohlendioxidgas aufgedehnt. Die Myome werden aus der Gebärmutter herausoperiert und die entstehenden Wunden werden durch eine Naht verschlossen.

Myomentfernung durch einen Bauchschnitt

Unter Umständen ist es auch einmal nötig, einen Schnitt durch die Bauchdecke zu machen, um die Myome, die tief in der Gebärmutter liegen und sehr groß sind, zu entfernen. Dies wird auch dann nötig sein, wenn sehr viele Myome vorhanden sind und eine Gebärmutterrekonstruktion gewünscht wird. Nach Eröffnung der Gebärmutter und Entfernung der Myome wird die Gebärmutter wie auch der Bauchschnitt durch mehrschichtige Nahtreihen wieder zugenäht.

Prinzipiell besteht bei allen gebärmuttererhaltenden Behandlungsmaßnahmen, den operativen sowie den nicht operativen, die Möglichkeit, dass Myome nach einigen Jahren erneut entstehen.

(2) Gebärmutterentfernung

Die Entfernung der gesamten Gebärmutter (mit oder ohne Gebärmutterhals/ die Eierstöcke bleiben in jedem Fall im Körper) kann je nach Größe des Organs durch die Scheide, per Bauchspiegelung, kombiniert per Bauchspiegelung und durch die Scheide oder, bei einer sehr großen Gebärmutter, auch durch einen Bauchschnitt durchgeführt werden.

Die aufgeführten Operationsverfahren werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und erfordern 3 bis 7 Tage Krankenhausaufenthalt sowie eine drei- bis vierwöchige Erholungszeit. Eine Schwangerschaft ist danach nicht mehr möglich. Nur wenn der Gebärmutterhals stehen bleibt, tritt danach in einigen Fällen noch eine leichte Schmierblutung auf. Ansonsten wird es auch keine Regelblutung mehr geben.

Kombination der Verfahren Myomembolisation und operative Myomentfernung

Die Uterusarterienembolisation allein ist inzwischen weltweit ein etabliertes Verfahren zur Myomtherapie als Alternative zur Operation. Eine unmittelbare Kombination von Embolisation mit einer ein bis zwei Tage später erfolgenden Myomoperation kann dann sinnvoll sein, wenn es um darum geht, die Gebärmutter zu erhalten, obwohl diese durch ein Myom oder mehrere Myomknoten sehr stark vergrößert ist (bis oder sogar über Bauchnabelhöhe).

Eine Operation ist in diesen Fällen oft schwierig und kann mit sehr starken Blutungen verbunden sein, die sich mit der ein bis zwei Tage vor dem Eingriff durchgeführten Embolisation deutlich mindern lassen.

Damit steigen die Chancen für einen Erhalt der Gebärmutter.

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Welche Behandlungsmöglichkeit kommt für Sie in Frage ?

Jedes der eben kurz dargestellten Verfahren hat Vorteile, aber auch Nachteile und Nebenwirkungen. 

Nicht für jede Patientin ist jedes Behandlungsverfahren gleich geeignet. 

Welches Verfahren für Sie das Beste ist, werden wir gemeinsam mit Ihnen besprechen; ggf. werden Sie dann nochmals mit Ihrer betreuenden Frauenärztin/Ihrem betreuenden Frauenarzt Rücksprache nehmen. 

Für die Entscheidung darüber ist neben Ihren Wünschen vor allem die Größe, Lage und Zahl der vorhandenen Myomknoten entscheidend. Außerdem sollte in die Entscheidungsfindung einfließen, ob Sie noch Kinderwunsch haben und ob Sie prinzipiell einen Erhalt der Gebärmutter wünschen. 

Wenn Sie sich für ein radiologisches Verfahren entscheiden, sollten Sie mit MRT-Bildaufnahmen einverstanden und damit rechnen, dass der Behandlungserfolg erst nach einigen Monaten einzuschätzen ist.

Myomsprechstunde

Charité
Campus Virchow-Klinikum
Klinik für Gynäkologie

Anmeldung
t: +49 30 450 664 124

Embolisation & MRgFUS

Charité
Campus Virchow-Klinikum
Klinik für Strahlenheilkunde

Information und Anmeldung
t: +49 30 450 553 047

Informationen zur Behandlung von Myomen finden Sie auch auf der
Öffnet externen Link im aktuellen FensterHomepage der Radiologie

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